Autozulieferer weltweit auf Überholspur

Oldenburger Unternehmer investiert sechs Millionen Euro in Erweiterung des Logistikzentrums 

Am Hauptbahnhof entsteht ein neues Verwaltungsgebäude. Hier werden nach Fertigstellung rund 200 Menschen arbeiten.

von Stephanie Bremer


Oldenburg - Bis zur Decke stapeln sich die Kartons in dem 6000 Quadratmeter großen Logistikzentrum in Rastede – von großen Kisten mit der Aufschrift USA, Japan, Mazedonien, Rumänien oder Ungarn, bis hin zu Streichholzschachtel großen Kästchen mit dem typisch blaufarbenen Logo. „Angefangen hat alles in Europa und den USA, heute haben wir Vertragspartner in 128 Ländern“, erzählt Jürgen R. Viertelhaus. 1977 gründete der gelernte Außenhandelskaufmann den Automobilzulieferer VIEROL. Mit der Zulieferung von elektronischen Komponenten für die Automobilindustrie deckt das Unternehmen „Nischenprodukte“ ab – und diese sind weltweit gefragt.

„Auf den ersten Blick sind unsere Bauteile nicht zu erkennen, doch ohne sie würde das Auto nicht laufen“, erklärt Viertelhaus. 6,5 Millionen Produkte warten in der Lagerhalle auf ihren Versand in die Welt. „Da wir viele Kleinteile anbieten, geht hier die Masse raus“, so der Gründer.

Neben dem Vertrieb lässt der Automobilzulieferer unter den Markennamen VEMO (seit 1998) und VAICO (1999) eigene Teile fertigen – darunter auch einen Aktivkohlefilter. „Damit werden nicht nur Straßenschmutz, sondern auch Abgase und Geruch aufgefangen“, erklärt der 69-Jährige und hält stolz ein Exemplar in den Händen. Durch die Mehrschichtfilterung in der Industrie kam er auf die Idee: Warum nicht auch in der Automobilherstellung einsetzen? Heute findet man in vielen Fahrzeugen eben diesen Filter. Das liegt nicht zuletzt an den ständigen technischen Verbesserungen.

Die andauernde Expansion spricht für sich: Neben dem neuen Verwaltungsgebäude, das derzeit an der Karlstraße in Oldenburg für rund 200 Mitarbeiter entsteht, wird auch in Rastede gebaut. „Hier kommen noch einmal 4000 Quadratmeter Lagerhalle hinzu“, erzählt der Firmengründer und deutet auf die riesige Sandfläche hinter dem Logistikzentrum, auf der bereits die ersten Bagger arbeiten. Herzstück der sechs Millionen teuren Erweiterung wird das vollautomatische Teilelagersystem. Arbeitsplätze abgebaut werden sollen nicht, versichert der Unternehmer, dem seine „Mitarbeiter am Herzen liegen“.

So pflegt er den persönlichen Kontakt zu den Beschäftigten. „Sie sind die Stützen unserer Firma“, erklärt Viertelhaus, der sich bei seinem Rundgang durch das Logistikzentrum immer wieder Zeit für ein Gespräch nimmt. Darüber hinaus engagiert sich Jürgen R. Viertelhaus auch für den Nachwuchs. Insgesamt 20 Auszubildende beschäftigt das Unternehmen.

Seinen Erfolg erklärt er so: „Es ist wichtig, im entscheidenden Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Mit eben diesen richtigen Entscheidungen schaffte er es, in 34 Jahren „kein Geschäftsjahr mit Verlusten abzuschließen“. So überstand der Familienbetrieb auch das Krisenjahr 2009 mit einem deutlichen Umsatzplus.

Leicht wird es Jürgen R. Viertelhaus daher wohl nicht fallen, im kommenden Jahr den Vorstandsvorsitz an seine Tochter und stellvertretende Vorsitzende Mirja Viertelhaus-Koschig abzugeben. Doch der Vollblut-Unternehmer wird ihr sicherlich auch in Zukunft beratend zur Seite stehen.

Quelle: Nordwest-Zeitung; 16.05.2011; Stephanie Bremer
 
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